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Was hören wir, wenn wir HiFi hören wollen?

Denken Sie an die HiFi-Kette. Wir denken uns vom Lautsprecher aus gesehen rückwärts durch die Verstärker und Quellengeräte und durch alle Kabel- oder Funkverbindungen hindurch, ganz bis an den Anfang der Kette. Dort ist die Aufnahme, die es zu reproduzieren gilt. Die HiFi Kette kann so gut sein wie sie will, wenn die Aufnahme minderwertig ist, kann die HiFi Kette keinen Klang naturgetreu wiedergeben. Minderwertige Aufnahmen lauern überall. Es gibt kaum Möglichkeiten, sich vor Ihnen zu schützen. In der Anfangszeit des Stereotons waren die Schallplattenfirmen darauf bedacht, gute Aufnahmen auf gutgepresstem Vinyl zu liefern. Langspielschallplatten aus den sechziger Jahren klingen oft verblüffend gut. Sehr natürlich und ausgewogen. Aus heutiger Sicht waren die technischen Mittel einfach. Das Engagement und die Hingabe der Toningenieure brachte natürliche und ausgewogene Klänge auf das Tonband. In der heutigen Popmusik wird die Methode des komprimierens verwendet. Ein Lied wird umsoschneller zum Ohrwurm, je einprägsamer es ist. Damit es sich leicht einprägt, wird der Dynamikumfang der Musik stark beschnitten. Die leisen Töne werden dadurch lauter, und die lauten Töne leiser. So verpasst man auch in lauter Umgebung mit störenden Nebengeräuschen keinen Takt des Musikstückes. Als wahrgenommenes, und in der Erinnerung übrig, bleibt dann nur die Melodie.

Auf einer guten HiFi Kette abgehört ist das vergleichsweise so, als würde ein Gast im Jogginganzug zu einem großen feierlichen Anlass erscheinen. Scheinbar gibt es auch genügend Tonstudios, in denen man einfach nicht weiß, was man tut. Oder den Beteiligten ist es einfach egal, wie der produzierte Brei dann klingt. Anders ist die Vielzahl an traurig klingenden Aufnahmen nicht zu erklären.
Zum Glück kann man sich auf einige wenige Künstler verlassen, die sich Ihre Schallplatten auch selbst anhören, und die Wert darauf legen, dass der Klang gut ist. Die meisten Tonträger sind Massenwaren, die schnell und in riesigen Auflagen hergestellt werden. Trotzdem gilt es hier, die Rosinen herauszupicken. Einige wenige Tonstudios haben sich dem guten Klang verschrieben. Hier werden in kleinen Stückzahlen audiophile Kleinode hergestellt. Leider ist die Auswahl gering, und die Preise sind zwei- bis dreimal so hoch wie gewohnt. Aber der Klang ist dann auch zwei- bis dreimal so gut. Und somit liegt der Preis im grünen, linearen Bereich. Hier bekommt man genau soviel HiFi, wie man dafür bezahlt.
Im Ausnahmefall erhalten wir einen wohlklingenden Tonträger, wenn Künstler, Toningenieure, Tonstudio, Produzent und Presswerk unter audiophilen Gesichtspunkten an der Aufnahme arbeiten. Ein Grund zum freuen. Doch nur solange, bis wir uns verführen lassen, eine digital vorliegende Aufnahme zu komprimieren. Stichwort Datenreduktion: umkopieren der Musikdatei in ein Format, das weniger Speicherplatz benötigt. Die freiwillige Selbstbeschneidung findet auf Kosten des Klanges statt. Auf Wiedersehen HiFi.

Vermeiden Sie datenreduzierte Formate, wenn Sie es mit Musikdaten zu tun haben. In der digitalen Welt ist es sehr einfach, an technisch beschnittene Musikdaten heranzukommen, die um nichts in der Welt natürlich klingen wollen. Auch das CD Audioformat von Anfang der achtziger Jahre ist datenreduziert gegenüber den originalen Aufnahmen auf Band, oder gegenüber den heute üblichen Masterformaten.

Analoge Tonträger wie Schallplatten, Tonbänder und Compact Cassetten sind vom Prinzip her (analog) musikalische Vollformate mit lediglich eingeschränktem Dynamikumfang. Hinzu kommen spezifische Störungsquellen wie Gleichlaufschwankungen, Rauschen und Störungen aufgrund mechanischer Empfindlichkeiten. Diese Störungen sind jedoch sekundär, betrachtet man die Reinheit des vollen Musiksignals. Allen Aufnahmen, egal welcher Art, ist eines gemeinsam: sie benötigen ein Gerät, das sie abspielt. Ein Quellengerät. Schön sind die analogen Quellengeräte, bei denen sich Schallplatten oder Bandspulen drehen. Bequem sind die digitalen Quellengeräte mit denen man Musikdaten streamen kann. Radio hört man übers Internet, über Satellit, digital oder analog. Eine weitere Geräteklasse ist die der speziellen Geräte für besondere Zwecke: Umschalter, Eingangserweiterungsgeräte, Equalizer, Klangregler, Klangaufbereiter und Mischpulte. Jedes Gerät der HiFi Kette muss mit dem Stromnetz verbunden werden. Strom, der keine Brummschleifen erzeugt, setzt eine fachgerechte Erdung des Wohnhauses voraus.

Kabelsalat

Generell gilt es, Gratiskabel oder die billigste Variante zu vermeiden. Alle Kabel sollten einen soliden Eindruck machen. Die Stecker müssen fest sitzen. Die Isolation sollte ausreichend dick und knickfest sein. Lautsprecher werden mit zweiadrigem Litzenkabel an den Verstärker angeschlossen. Der Phantasie der Hersteller sind keine Grenzen gesetzt. Lautsprecherkabel gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Aufbauten. Wichtig ist, dass es kurz sein sollte. Je kürzer desto besser. Drei Meter sind gut, mehr als sechs Meter sollten es nicht unbedingt sein. Damit der Verstärker gleichmäßig belastet ist, sollten die Kabel für den rechten und den linken Lautsprecher dieselbe Länge haben. Der Kabelweg zwischen Verstärker und Lautsprecher ist der verlustreichste in der HiFi Kette. Unterschiedliche Kabel können daher hörbare Effekte haben. Hier hilft nur, das Kabel zuhause ausprobieren. Das Kabel sollte zum Rest der HiFi Kette passen. Dasselbe gilt für die Cinch-, NF- oder Interconnect Kabel.

Zeit für eine neue Stereoanlage

Wann der Zeitpunkt gekommen ist, das entscheiden Sie. Denn es ist Ihr Geld, das über die Ladentheke wandert. Mit dem Thema befasst sich ein Interview, das ich im Herbst 2012 dem Gießener Frizz Magazin gab, und das ich an dieser Stelle einfügen möchte:

"Halbzeit. Irgendwann zwischen der Internationalen Funkausstellung und Weihnachten ist ein guter Zeitpunkt, sich einmal die aktuellen Wiedergabemöglichkeiten für Musik und Film anzuschauen. Nein, es geht nicht um Smartphones, es geht vor allem auch um klassische Musikanlagen. Gibt’s die überhaupt noch? Wir haben jemanden gefragt, der mit 12 Jahren seine ersten Lautsprecherboxen selbst gebaut hat, und mittlerweile auch reine Streaming-Geräte verkauft."

Frizz Magazin: Gibt es HiFi überhaupt noch? Interessiert sich ein normaler Musikkonsument mit MP3-Smartphone überhaupt für die Qualität der Wiedergabe?

M. Stark: HiFi ist größer als jemals zuvor. Das Angebot ist kaum überschaubar. Nur das Interesse für HiFi hat seinen Stellenwert verloren, weil eben durch MP3-Smartphone die Mobilität in den Vordergrund gerückt ist. Umso mehr sind jene Kunden beeindruckt, wenn sie einmal richtig Musik hören können ... praktisch ein Live-Konzert im Wohnzimmer. Sie hatten solch eine Wiedergabequalität kaum für möglich gehalten!

Frizz Magazin: Multifunktionalität und Mobilität sind die Stichworte bei moderner Unterhaltungstechnik. Zwei Beispiele, wie das aussehen könnte?

M. Stark: Man kann seine Musikdaten auf einem Webserver (Cloud) unterbringen und per Smartphone auf sein mobiles Gerät oder auch auf seine Heimanlage oder aufs Autoradio streamen. Zu Hause kann man seine Daten auf einer Netzwerkfestplatte unterbringen und - zentral per App übers Handy gesteuert - in mehreren Zonen hören.

Frizz Magazin: Sie haben eine eigene HiFi-Marke und sind leidenschaftlicher Fan der alten Bose 901-Boxen, was ist das Faszinierende an der Musikwidergabetechnik für Sie, wie kann ein Leser diese Begeisterung verstehen?

M. Stark: Mich fasziniert Livemusik. Das kann im Jazzkeller sein, oder auch im Sinfoniekonzert. Wenn man den direkten Draht zum Künstler hat. Der Klang echter Instrumente und Stimmen. Der originale Sound. Die Faszination von HiFi besteht darin, dieses Erlebnis zu Hause zu jeder Zeit reproduzieren zu können.

Frizz Magazin: Okay, und jetzt für den Normalsterblichen: Wie kaufe ich mir am besten eine Anlage und was kann ich alles dabei falsch und richtig machen? Wie kann ich mich zum Beispiel vor einem gerissenen Händler schützen, der mich in Hörtests manipulieren möchte?

M. Stark: Ich freue mich immer, wenn Kunden berichten, wieviel Freude sie an der HiFi Anlage haben, und dass sie gerne und oft damit Musik hören. Mein Alptraum wäre, wenn Kunden viel Geld ausgäben, und die Geräte dann nicht nutzten. HiFi kostet Geld und ist ein Hobby. Daher sollte man sein Geld gerne dafür ausgeben und von Anfang an Freude daran haben. Und der Anfang ist der Schritt zum Fachhandel. Dort sollte man mit Hilfe der Verkäufer versuchen, Komponenten zu finden, die man später dann auch gerne und häufig nutzt. Der Kunde sollte sich auf seinen Geschmack und auf sein Gehör verlassen. Außerdem sollte er sich nicht zu Kompromissen hinreißen lassen. Dann hat selbst der gerissenste Händler keine Chance, möglichen Kunden unnötig Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch das Auge hört mit - die HiFi Anlage soll später kein Fremdkörper in der Wohnung sein, sondern sie soll sich harmonisch in die Einrichtung einfügen. Ein guter Händler wird sich nach dem Raum erkundigen, in dem Musik gehört werden soll. Dieser spielt eine große Rolle, insbesondere bei hochwertigen Systemen.




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